alle Fotos © Elmar Dünßer
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Schlangen in der Präfektur Tottori Sept. 2014 - Okt. 2020


Japan ist in weiten Teilen subtropisch, daher gibt es hier auch viele Schlangen, besonders in dichtbewachsenen Wäldern und Wiesen. Auch die Präfektur Tottori ist da keine Ausnahme.

Hier eine der besonders oft anzutreffenden, harmlosen Nattern: eine "Aodaishō" (= grünblauer General), lat. Elaphe climacophora. Sie wird nach ihrer Hauptnahrung auch "Japanische Rattenschlange" genannt.

Sie ist eine entfernte Verwandte der deutschen Ringelnatter, wird aber wie das abgebildete Exemplar etwa 2 Meter lang. Ich habe diese Aodaishō im Juli 2016 direkt vor unserer Haustür entdeckt.
Auch dies ist eine Natter, aber nicht ganz so harmlos: hier eine etwa 60 cm lange "Yamakagashi" (= Bergschlange), lat. Rhabdophis tigrinus, deutsch auch "Tigernatter" genannt. Sie ist die bunteste von allen japanischen Schlangen.

Yamakagashis werden zu den sog. "Trugnattern" gezählt: diese sind in der Lage, das herzwirksame Gift der von ihr gefressenen giftigen Frösche in ihrem Körper zu speichern und dieses ihrerseits ihrer eigenen Beute mittels ihrer gefurchten Hinterzähne zu verabreichen. Nach einem Biss sollte man schnell einen Arzt aufsuchen.
Hier wieder eine harmlose Natter, eine ca. 80 cm lange ausgewachsene "Takachiho-hebi" (jp. hebi bedeutet Schlange), lat. Achalinus spinalis, deutsch auch "graue grabende Schlange" genannt. Sie gehört zur Gruppe der sog. Höckernattern (lat. Xenodermatidae).

Wie man an meinen Fotos sieht, sind es fast immer asphaltierte Wege, auf denen mir Schlangen in Japan begegnen, da ich dort viel unterwegs bin. Leider stellen sich viele Schlangen tot, wenn sich Menschen (oder Autos) nähern und bleiben womöglich mitten auf der Straße liegen, um dann prompt überfahren zu werden. Dieses Exemplar habe ich jedenfalls retten können, indem ich neben seinem Schwanzende mehrmals drohend auf den Boden gestampft habe, so dass sich die Schlange zur Flucht nach vorne entschloss und so unversehrt den rettenden Straßengraben erreichte.
Bei dieser Schlange bin ich mir noch nicht sicher, um welche Art es sich gehandelt hat. Die Länge betrug etwa 50 cm. Aufgenommen im Oktober 2020.
Auch "richtige" Giftschlangen gibt es in Japan, insbesondere die "Nihon-Mamushi" oder einfach "Mamushi", lat. Gloydius blomhoffii: diese hier war ca. 60 cm lang. Mamushis sind entfernte Vettern der deutschen Kreuzottern, aber hier weitaus zahlreicher anzutreffen als die letzteren in Deutschland.

Mamushis zählen zu den Grubenottern, die dank der Infrarot-Sehfähigkeit ihrer "Grubenorgane" sowohl am Tag als auch bei Nacht auf Beutejagd gehen können. Viele japanische Krankenhäuser - die man nach einem Biss schnellstens aufsuchen sollte - halten das passende Antivenom bzw. Gegengift bereit.


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