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Technische Spezifikation der Sinclair QL Computer
und Hinweise auf wichtige Hardware-Erweiterungen von dritter Seite

Komponente:TypBemerkung
CPUMotorola 68008getaktet mit 7,5 MHz. Wem das nicht reichte, konnte sich später (ab 1991) eine "Gold-Card" von Miracle Systems für den QL kaufen, die einen "richtigen" 68000 mit 16 MHz (und ein paar Megabyte RAM) enthielt und die Performance des QL auf ein Mehrfaches erhöhte.
Sub-CPU (IPC)8049u.a. zuständig für den Keyboard-Scan und serielle Kommunikation. Da es Probleme bei der seriellen Kommunikation gab, besonders beim Full-Duplex-Betrieb, konnte man den IPC später auch durch einen Ersatz-IPC namens "Hermes" (8749) ersetzen, bei dem diese Probleme behoben waren, und auch Baudraten bis 19200 Baud im Full-Duplex-Modus und zwei verschiedene Baudraten für SER1 und SER2 möglich wurden.
CRTCCustom ICBildschirm-Controller, Sinclair-spezifischer LSI
Sound Generatorvon Sub-CPU gesteuertOn/Off-gesteuerte Piezomembran, Geräusche in verschiedenen Tonhöhen
ROMQDOS ROM48 KiB gesockeltes ROM mit Betriebssystem und SuperBASIC-Interpreter.
RAMArbeitsspeicher128 KiB RAM Grundausstattung (inklusive der 32 KiB, die als Video-RAM verwendet wurden), konnte bis maximal 768 KiB erweitert werden. Besonders populär waren beim QL Speichererweiterungen mit 512 KiB, so dass damals viele QLs mit 640 KiB RAM ausgestattet waren, sog. "QL 640".
Graphik VideoRAM32 KiB RAM: Bitmap mit 512×256 Pixeln (4 Farben: schwarz, weiß, rot und grün), oder 256×256 Pixel (8 Farben)
PlattenspeicherMicrodrive-Laufwerkzwei Microdrive-Laufwerke mit je 110 KiB Kapazität integriert.
Verwendete Sinclair-spezifisches Wechselmedium - die "Microdrive-Cartridges".
Floppy-Laufwerknicht eingebaut, durch Kauf eines QL-kompatiblen Floppycontrollers, erhältlich von mehreren konkurrierenden Herstellern, konnte der QL jedoch schon von Anfang an mit 130mm- (360 KiB) und ab Anfang 1985 auch mit 90mm-DD-Floppylaufwerken (720 KiB) ausgestattet werden. Nach und nach erschienen dann immer bessere Laufwerke und Controller, und bei den 90mm-Disketten steigerte sich die QL-Peripherie über die bei den IBM-Kompatiblen üblichen 1,4 MiB HD-Laufwerke bis zu den 3,2 MiB ED-Laufwerken, die ich bisher überhaupt nur beim QL gesehen habe.
Festplattenicht eingebaut, jedoch konnte der QL in England schon ab 1985 durch Kauf eines QL-kompatiblen Festplatten-Controllers mit einer IDE-Festplatte aufgerüstet werden. Die frühen Modelle habe ich vergessen, aber in Bezug auf Deutschland erinnere ich mich an die sog. QL-HDD-Card (mit OMTI 5520 oder 5527) von Jürgen Falkenberg, die aber erst später (1992) auf dem Markt erschien.
Tastatur65-Tasten-Keyboard integriert. Später (1990) wurde es auch möglich, das Tastatur-Interface "QL-Tastatur-90" von Jürgen Falkenberg einzubauen, und an dieses eine normale PC XT oder AT kompatible Tastatur anzuschließen.
Monitor-Anschlussein kombinierter 8-pol. DIN-Stecker (rund) für wahlweise einen (damals recht teuren) Digital-RGB-Monitor, oder einen Composite Video Farb-Monitor, oder einen preiswerten Composite Video Monochrom-Monitor. Außerdem eine Cinchbuchse "UHF" für den Anschluss eines älteren Fernsehers über den Antenneneingang (das UHF- und die Composite-Video-Signale waren PAL, beim USA-Modell JSU jedoch NTSC).
Serielles Interfacezwei RS-232C-Anschlüsse (gleichzeitiger Full-Duplex-Betrieb an beiden RS232C jedoch nicht möglich). Die englischen QLs hatten Anschlüsse in Form von englischen Telefonbuchsen, wofür man aber Adapter zu den hier üblichen 9-poligen SubD-Buchsen bekommen konnte, die "kontinentalen" QLs hatten die üblichen SubD-Buchsen bereits eingebaut.
Paralleles Interfacenicht vorhanden, da beim QL typischerweise RS232C für den Druckeranschluss genutzt wurde. Ein nachrüstbares Parallelinterface wurde von dritter Seite angeboten, und auch die spätere SQB-Karte (Super-Q-Board von Sandy) enthielt ein solches Centronics"-Interface.
Maus-Anschlussnicht vorhanden, aber nach und nach erschienen Maustreiber für den QL, die den Anschluss einer 3-Tasten-Maus am seriellen Anschluss des QL erlaubten, z.B. "SERMouse", und dazu passende Treiber für das sog. "Pointer-Environment", mit dem nachträglich GUI-Funktionalität auf dem QL eingeführt wurde.
Joystick-Anschlüssezwei 9-polige Joystick-Anschlüsse, bei den englischen Modellen eine Variante der "englischen Telefonbuchsen" (aber SubD-Adapter erhältlich), bei den "kontinentalen" Modellen männliche SubD-Stecker bereits eingebaut, also steckerkompatibel zu den Joysticks der Atari 800 Spielcomputer, und den später erschienenen Atari ST, dem Amiga, und dem Sharp X68000.
interner Lautsprecherfeste Lautstärke. Es war daher eine beliebte Bastelei, selber einen Lautstärkeregler in den QL einzubauen.
StromversorgungSpezialanschlussbuchse für den externen Netzadapter, der den QL sowohl mit 9V Gleichstrom als auch mit 15,6V Wechselstrom belieferte (der letztere wird nur von den Microdrive-Laufwerken benötigt).

Die QL-Monitore: Grundsätzlich konnte man entweder einen RGB-Monitor, einen farbigen oder monochromen Videomonitor, oder einen alten Fernseher
via Antenneneingang als Bildschirm beim QL verwenden, die meisten Fans haben sich damals wohl für die preiswerte Variante mit dem monochromen
Videomonitor entschieden, der die hohe Grafik-Auflösung des QL (512×256 Pixel) gut wiedergeben konnte.

Die QL-Drucker: Diese wurden über eine serielle RS232C-Schnittstelle am QL angeschlossen. Beliebt war besonders der "Seikosha SP-1000AS", ein 9-Nadler mit NLQ (Near Letter Quality, dabei werden die 9 Nadeln einmal leicht verschoben nochmal angeschlagen und damit ein 18-Nadler simuliert). Als "Seikosha QL-1000" war er auch in schwarz und speziell an den QL-Zeichensatz angepasst erhältlich - er war oft auf QL-Werbepostern zu sehen.

Leider habe ich meine gesammelten QL-Zeitschriften (die englischen QL User und Sinclair QL World) aus der QL-Anfangszeit schon vor vielen Jahren an einen QL Club verschenkt und erinnere mich jetzt nicht mehr exakt an alle Erweiterungen, die teilweise schon sehr früh von englischen Firmen für den QL angeboten wurden, habe aber versucht, die wichtigsten und mehr den deutschen Markt betreffenden früheren Möglichkeiten des QL-Ausbaus zu nennen.


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© 2015 Elmar Dünßer (Duensser)